Stell dir vor: Du sitzt in der Bib, Kaffee Nummer 3, und jemand sagt: „In Zukunft fallen viele Jobs in BWL und VWL weg.“ Klingt erstmal wie ein typischer Mensa-Hot-Take – ist aber nicht komplett aus der Luft gegriffen. Viele Tätigkeiten, die heute noch aus Routine, Excel und Standard-Berichten bestehen, werden schneller automatisiert als du „Pivot-Tabelle“ sagen kannst. Der World-Economic-Forum-Report¹ zu Jobs und Skills bis 2030 zeigt klar: Tech-nahe Rollen wachsen stark, während klassische Büro- und Verwaltungsjobs unter Druck geraten.
Auch im Kulturbereich verändert sich viel. In Museen siehst du schon heute digitale Tickets, Self-Service-Terminals und Apps. Das heißt nicht, dass Kunst „wertlos“ wird – aber: Nur Kunst zu studieren, um später Besucher zu begrüßen, reicht oft nicht mehr. Museen investieren zunehmend in digitale Besucherführung² und Datenanalyse.
Laut Internationalem Währungsfonds sind in Industrienationen rund 60 % aller Jobs in irgendeiner Form von KI betroffen – sie werden also verändert, nicht unbedingt abgeschafft aber häufig auch ins Ausland verlegt.
Es geht also nicht darum, Panik zu schieben – sondern klug zu wählen und ggf. auch einen Umzug in Erwägung zu ziehen. Welche Studiengänge und Berufe haben wirklich Zukunft? Genau das zeigen wir dir jetzt.
Warum klassische BWL- und VWL-Jobs unter Druck geraten
Viele Einstiegsjobs in BWL oder VWL bestehen aus Aufgaben wie Reporting, Controlling, Marktanalysen oder administrativer Arbeit. Genau diese Tätigkeiten lassen sich besonders gut automatisieren. Die OECD warnt seit Jahren davor, dass Jobs mit hohem Routineanteil ein erhöhtes Automatisierungsrisiko haben. Quelle
Wichtig: BWL ist nicht tot. Aber „nur BWL“ ohne Zusatzqualifikation wird es schwerer haben. Wer BWL mit Datenanalyse, IT, Nachhaltigkeit oder Psychologie kombiniert, bleibt gefragt.

Top 10 Berufe mit Zukunft
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Data Scientist
Daten gehören zu den wichtigsten Ressourcen unserer Zeit. Laut World Economic Forum zählen Data- und Big-Data-Rollen zu den am stärksten wachsenden Berufen weltweit.
Studiengänge: Data Science, Informatik, Statistik, Wirtschaftsinformatik
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KI- und Machine-Learning-Spezialist
Künstliche Intelligenz ist keine Spielerei mehr, sondern Basis-Technologie. Unternehmen suchen dringend Fachkräfte, die KI verstehen und verantwortungsvoll einsetzen können.
Studiengänge: Informatik, Künstliche Intelligenz, Robotik
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Cybersecurity-Experte
Mit zunehmender Digitalisierung steigt auch die Zahl der Cyberangriffe. In Europa fehlen laut EU mehrere hunderttausend Fachkräfte in der IT-Sicherheit.
Studiengänge: IT-Security, Informatik, Netzwerktechnik
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Software-Entwickler
Ob Apps, Web-Plattformen oder interne Tools: Software wird überall gebraucht. KI hilft beim Coden – ersetzt Entwickler aber nicht.
Studiengänge: Informatik, Software Engineering
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Ingenieur für erneuerbare Energien
Die Energiewende sorgt langfristig für hohe Nachfrage nach Technikern und Ingenieuren im Bereich Wind, Solar und Netze.
Studiengänge: Energietechnik, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen
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Nachhaltigkeits- und ESG-Manager
Unternehmen müssen ihre Klima- und Sozialdaten erfassen und offenlegen. Nachhaltigkeit ist längst kein PR-Thema mehr.
Studiengänge: Umweltwissenschaften, Nachhaltigkeitsmanagement
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Gesundheitsberufe & Medizintechnik
Pflege, Therapie und medizinische Technik profitieren vom demografischen Wandel. Menschliche Nähe bleibt unersetzlich.
Studiengänge: Pflegewissenschaft, Medizintechnik, Gesundheitsmanagement
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Psychologen & Berater
Mentale Gesundheit gewinnt stark an Bedeutung. KI kann unterstützen, aber keine echte Beziehung ersetzen.
Studiengänge: Psychologie, Pädagogik, Sozialarbeit
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UX/UI-Designer & Produktmanager
Digitale Produkte müssen nutzerfreundlich sein. Gute User Experience entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.
Studiengänge: Kommunikationsdesign, Medieninformatik
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MINT-Lehrer & Weiterbildner
Lebenslanges Lernen wird Standard. Gute Lehrer für Technik und digitale Kompetenzen sind extrem gefragt.
Studiengänge: Lehramt (MINT), Wirtschaftspädagogik
Was bedeutet das für deine Studienwahl?
- Wähle Studiengänge mit Technik-, Daten- oder Praxisbezug
- Kombiniere Fachwissen mit digitalen Skills
- Nutze Werkstudentenjobs und Projekte
- Lerne, Probleme zu lösen – nicht nur Inhalte auswendig
Beispiel: Lea (24) studiert Kunstgeschichte. Statt nur Führungen zu machen, beschäftigt sie sich mit UX-Tests für Museums-Apps – und arbeitet später im Kultur-Tech-Bereich einer Stadt.
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